Soforthilfe · 12 Min.
Account gehackt oder Datenleck: jetzt richtig handeln
Das Wichtigste zuerst
Zuerst E-Mail sichern. Dann Sitzungen beenden, Zugang erneuern und Schaden prüfen.
Nutze ein sauberes Gerät. Ändere beim zentralen E-Mail-Konto Passwort und Wiederherstellungsdaten, aktiviere 2FA und entferne fremde Geräte. Danach folgen betroffene Konten, Zahlungen und Beweissicherung.
Ein Datenleck beim Anbieter bedeutet nicht automatisch, dass dein Konto übernommen wurde. Unbekannte Logins, geänderte Kontaktdaten oder fremde Bestellungen sind dagegen akute Warnzeichen. Handle in der richtigen Reihenfolge und von einem vertrauenswürdigen Gerät.
Die ersten 15 Minuten
- Von einem anderen vertrauenswürdigen Gerät handeln, wenn Schadsoftware möglich ist.
- E-Mail-Konto und zugehörige Wiederherstellungswege prüfen.
- Unbekannte Sitzungen, Geräte, Weiterleitungen und App-Zugriffe entfernen.
- Neues einzigartiges Passwort oder Passkey einrichten und 2FA aktivieren.
- Screenshots, Warnmails, Uhrzeiten und fremde Aktivitäten sichern.
Nur Datenleck oder schon Kontoübernahme?
Bei einem Datenleck können Name, Adresse, E-Mail, Bestellhistorie oder Passwort-Hashes betroffen sein. Diese Informationen machen spätere Phishing-Nachrichten glaubwürdiger.
Eine Kontoübernahme zeigt sich eher durch unbekannte Logins, geänderte E-Mail-Adressen, neue Weiterleitungsregeln, fremde Beiträge, Bestellungen oder Zahlungen. Verlasse dich nicht nur darauf, ob das alte Passwort noch funktioniert.
Wenn das Passwort mehrfach verwendet wurde
- Alle Konten mit demselben oder ähnlichem Passwort identifizieren.
- Zuerst E-Mail, Banking, Zahlungsdienste, Mobilfunk und Cloud ändern.
- Für jedes Konto ein neues einzigartiges Passwort erzeugen.
- Passwortmanager nutzen, damit Wiederverwendung nicht zurückkehrt.
- Bei unterstützten Diensten auf Passkeys umstellen.
Geld und Identität schützen
- Bank und Zahlungsdienst über offizielle Kontaktdaten informieren.
- Karten bei Bedarf über 116 116 sperren.
- Bestellverläufe, Adressen und Zahlungsarten kontrollieren.
- Unberechtigten Forderungen schriftlich widersprechen.
- Bei Betrug Anzeige erstatten und Aktenzeichen aufbewahren.
E-Mail-Weiterleitungen sind der stille Hintereingang
Angreifer legen teilweise Regeln an, die Sicherheitswarnungen löschen oder weiterleiten. Kontrolliere Filter, Weiterleitungen, Delegierungen, App-Passwörter und verbundene Anwendungen.
Ein geändertes Passwort reicht nicht, wenn eine fremde Sitzung oder autorisierte App aktiv bleibt. Nutze die Funktion zum Abmelden aller Sitzungen.
Was du nicht tun solltest
- Nicht über Links in der Warnmail anmelden; Dienst selbst öffnen.
- Keine angeblichen Supportnummern aus Suchanzeigen anrufen.
- Nicht aus Panik wahllos jedes Passwort auf demselben möglicherweise infizierten Gerät ändern.
- Keine Beweise löschen, bevor wichtige Informationen gesichert sind.
- Keine kostenpflichtige „Darknet-Bereinigung“ mit unrealistischen Versprechen buchen.